Zaubertrank aus der Wüste

Erste Kamelmilchfarm der Welt in Dubai und in Holland existiert seit 2006

Eigentlich sind sie wohl in etwa zur gleichen Zeit auf die Kamelmilchfarm gekommen oder vielmehr auf die Idee, eine zu betreiben. Jedenfalls datieren die ersten Berichte über die beiden ungewöhnlichen Milchfarmen in Dubai und Holland aus demselben Jahr. In Dubai werden mittlerweile 3.000 Tiere zwei Mal täglich an die hochmodernen Melkmaschinen angeschlossen. Betreut wird die Farm des Scheichs Mohammed Bin Rashid Al Maktoum von zwei Deutschen. Die Hygiene-Standards entsprechen den EU-Bestimmungen und die Kamelkühe fühlen sich sichtlich wohl. So wohl jedenfalls, dass sie bis zu sensationellen acht Litern Milch je Melkgang hergeben. Kamele oder genauer Dromedare, um die es hier geht, sind nämlich äußerst sensible Tiere, die ihre Milch nicht leichtfertig hergeben, sie mit einem Schließmuskel zurückhalten, sobald ihnen etwas nicht passt. Kühe sind da wesentlich freigiebiger – bis zu 20 Liter können „gezapft“ werden. Dafür enthält die Kamelmilch vier Mal mehr Vitamin C, doppelt soviel Eisen aber nur halb soviel Fett, wie Kuhmilch.

 

Das besondere an Kamelmilch ist aber nicht etwa ihr leicht salziger, ein wenig herber Geschmack, sondern die heilenden Eigenschaften, die ihr zugeschrieben werden. Ein wahrer Zaubertrank muss das „weiße Gold der Wüste“ sein. Glaubt man einer Studie der Fakultät für Gesundheitswissenschaft der Ben-Gurion Universität des Negev in Israel aus dem Jahr 2005, so heilt Kamelmilch schwerste Nahrungsmittel-Allergien bei Kindern. Und nicht nur das, auch eine hartnäckige  Mittelohrentzündung bei einem Kleinkind konnte kuriert werden. Die vorab durchgeführte moderne medizinische Behandlung war erfolglos.

 

Wer das Wundermittel Kamelmilch einmal kosten möchte, muss nicht erst in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen. In Holland betreibt der 26 jährige Frank Smits die erste kommerzielle Kamelfarm Europas. Auf der holländischen Kamelfarm unweit der Stadt ’s-Hertogenbosch geht es mit insgesamt 40 Tieren, von denen nur zehn gemolken werden wesentlich gemächlicher zu. Auch der Kamelfanatiker, wie sich Smits selbst bezeichnet, hat ehrgeizige Träume. Unter anderem möchte er Schokolade, Eis, Käse sowie Seife aus Kamelmilch entwickeln. Freilich sind das Produkte, die bereits auf dem arabischen Markt teilweise angeboten werden. Aber man muss das Rad, Verzeihung, die Verwendung der Kamelmilch auch nicht immer neu erfinden.

 

Übrigens, auch im Land der Skipetaren – in Albanien – wird ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem Kamele, Dromedare, Alpaka und Lama Milch und andere Rohstoffe liefern und unter anderem als exotische Attraktion den Tourismus ankurbeln sollen.

 

 

Interessante Links :

Studie Fakultät für Gesundheitswissenschaft, Ben-Gurion Universität des Negev, Beer Sheva, Israel:

http://www.camel-city.de/berichte/israelischeStudieKamelmich.pdf

Kamelfarm in Albanien:

http://www.camelfarm.ch/

Kamelfarm in Holland:

http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article4981274/Kamelmilch-von-niederlaendischen-Weiden.html

 

 

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