Von Kamelen, widerspenstigen Zahlen und ahnungslosen Erben

 

Eine Knobelei zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise oder einfach nur ein unterhaltsamer mathematischer Zeitvertreib

Seit meiner Grundschulzeit stoße ich immer wieder auf dieses bekannte mathematische Rätsel. Und ich staune stets auf’s Neue darüber und gerate ins Grübeln…

Vielleicht kennen Sie das Rätsel aus dem Vertretungsunterricht?

Ein gebildeter Araber hatte drei Söhne. Er besaß eine ansehnliche Anzahl Kamele, die ihm sehr am Herzen lagen. Da er weise war, verfasste er beizeiten ein Testament. Dem Erstgeborenen vermachte er die Hälfte der Kamele, dem mittleren Sohn ein Drittel und dem Jüngsten ein Neuntel der gutmütigen Riesen. Als der Vater starb, waren 35 Kamele in Familienbesitz. Die Brüder waren ratlos, denn die widerspenstige 35 ließ sich weder durch zwei noch durch drei und auch nicht durch neun teilen. Da sie keines der Tiere schlachten wollten, zugleich keine zufriedenstellende Lösung fanden, baten sie den berühmten Mathematiker und Freund ihres Vaters Ibn Musa Al-Hwarizmi um Hilfe. Dieser reiste aus Bagdad an und …

An dieser Stelle halten wir für einen Augenblick inne, für den Fall, dass Sie die Auflösung nicht kennen und das Rätsel selbst lösen wollen.
Wir warten. Geschafft? Dann weiter:
Dieser reiste also aus Bagdad an, lieh ihnen sein Kamel und forderte sie auf, die Herde entsprechend des väterlichen Testaments aufzuteilen. Der Älteste nahm sich die Hälfte, also 18, der insgesamt 36 Kamele. Der Mittlere erhielt sein Drittel, also 12 Kamele und der Jüngste bekam ein Neuntel, das sind vier der 36 Wüstentiere. Zwei Kamele blieben übrig. Beide nahm Ibn Musa, denn das Eine gehörte ihm ohnehin und das Zweite beanspruchte er als Lohn für seine Hilfe.
Die Brüder in der Geschichte empfanden die Aufteilung als gerecht, denn schließlich erhielt jeder von ihnen mehr als ihm zugestanden hätte.
18 statt 17,5 für den Ersten, 12 statt 11,667 für den Zweiten und 4 statt 3,889 für den Dritten.

Ist das Ergebnis nicht erstaunlich?

Wie lässt sich die heitere Knobelei zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise nutzen? Das auszuknobeln überlasse ich den findigen Weltwirtschaftsexperten und Chefökonomen.

 

 

Der Beduine und sein Kamel

Beduinen sind mit Kamelen so eng verbunden, wie die Wüste, Trockenheit und Sonne.

In der islamischen Kultur haben Kamele deshalb auch bis heute einen immens hohen Stellenwert. Für viele Berber und Araber ist das Kamel ein Statussymbol, für das u.U. weltweit Millionen von Dollar gezahlt wird. Da hier sehr viel Energie und Zeit in die Zucht von Kamelen gesteckt wird, wundert dies jedoch kaum jemanden.

Nicht umsonst sagt man, dass der Gegenwert einer Ware in Kamelen aufgerechnet wird.

Vor vielen Jahren bereits halfen Kamele ihren Herrschern Landstriche zu entdecken, Feldzüge zu bestreiten und Eroberungen zu durchkämpfen. Mit Hilfe der Kamele konnten viele Wüstenkilometer durchquert und durchwandert und neue Landstriche eingenommen werden. Kamele hatten schon damals ihren festen Platz in jeder Beduinen-Familie. Sie dienten als Nutztier und als Transportmittel. Sie gaben Fleisch und Milch, der Kameldung wurde zum verfeuern verwendet, und das Fell bot Schutz in kalten Wüstennächten. Beduinen waren auf die Kamele angewiesen, aber auch heute noch ist ein Leben ohne Kamele für viele Berber und Araber undenkbar.

Kamele sind für die Wüste, Sand und Sonne, hervorragend geeignet. Tagelang können sie ohne Nahrung und Wasser auskommen, sie können zentnerschwere Lasten schleppen und bis zu 50 Kilometer pro Tag zurücklegen. Besucht man spezielle Beduinen-Viertel, dann fällt gleich auf, dass Kamele scheinbar zur Familie gehören. Fast überall räkeln sich dort unzählige Datteln kauende Tiere träge im Schatten von Palmen.

Beduinen-Kinder werden von klein auf mit dem Zusammenleben zwischen Mensch und Kamel konfrontiert. Sie lernen die Eigenschaften des Kamels kennen, erfahren die Zähigkeit und Sturheit, lernen die Bedeutung für vergangenes und derzeitiges Leben und sie spüren sehr schnell, dass es hier mehr als nur um Statussymbole geht.

Ist kein Spielkamerad vorhanden, gehen Beduinen-Kinder auf der Halbinsel Sinai auch schon mal mit ihren Kamelen zum Baden im Meer.

Der Begriff Beduine stammt aus dem arabischen Wort „badw“, was so viel heißt wie –nicht ortsfest lebend-. Nur wenige Beduinen leben allerdings heute noch als Nomaden. Sie sind sesshaft geworden, und mit ihnen auch die Kamele.

Durch die Wüste ziehen sie, wenn überhaupt, allenfalls noch mit den Touristen. Diese lieben die Ausritte hoch auf dem Rücken eines Kamels und bringen Geld.

Für das Kamel sind diese Touren ein Klacks. Für die Beduinen, die weite Reisen gewohnt sind, sowieso.

Ab 2011 – Kamelmilch im Supermarkt um die Ecke?

Wer schon immer einmal Kamelmilch probieren wollte, wird sich auf das kommende Jahr freuen. Ab 2011 dürfen die Vereinigten Arabischen Emirate das weiße Gold der Wüste nach Europa und somit auch Deutschland exportieren. Naschkatzen kommen dann auch in den Genuss von Kamelmilchschokolade der Marke „Al Nassma“, der sanften Brise,  deren Markteinführung in Europa ebenfalls für 2011 geplant ist.

Nach strengen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen erteilte die EU-Kommission die Einfuhrerlaubnis. Die Kamelmilch entspricht demnach den Anforderungen der EU an Gesundheit und Ernährung. Damit die Qualität der Milch auch in Zukunft gleich gut bleibt, verpflichteten sich die VAE zehn Kontrollen monatlich durchzuführen.

Die Kamelmilch gilt nicht nur in der arabischen Welt als gesundes Lebensmittel. Zunehmend werden in verschiedenen Tests ihre positiven Eigenschaften bestätigt. Vor allem bei allergischen Erkrankungen von Haut und Verdauung wurde Kamelmilch erfolgreich eingesetzt und führte zur deutlichen Linderung verschiedener Krankheitssymptome. An der Frage, ob Kamelmilch Diabetes, HIV, Alzheimer oder Krebs heilen kann scheiden sich noch die Geister. Klinische Untersuchungen stehen hier noch aus.

Einigkeit besteht jedoch darin, dass Kamelmilch der Muttermilch am nächsten kommt und dass sie verträglicher als beispielsweise Kuhmilch für den Menschen ist. Sie zeichnet sich durch einen hohen Vitamin C-Gehalt aus und weist deutlich mehr Kalium, Eisen, Natrium und Magnesium auf als Kuhmilch. Dabei enthält das weiße Gold der Wüste weniger Fett und Cholesterin als das unserer gefleckten Milchlieferanten. Allerdings schmeckt Kamelmilch aufgrund des hohen Kalziumgehaltes ein wenig herber und salziger als der europäische Gaumen gewöhnt sein dürfte.

Das Kamel im Herbst und Winter

Ein Kamel ist uns Menschen recht ähnlich. Jedenfalls, wenn es um die kühle Jahreszeit geht. Das trübe Wetter mit feuchtem Niederschlag macht den Wüstenschiffen zu schaffen. Sonnige Herbst- und Wintertage hingegen genießen Kamele selbst dann, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Die meisten Europäer sind darüber erstaunt, dass die Wüstentiere, die vermeintlich nur an große Hitze angepasst sind, auch einiges an Kälte wegstecken können. Das liegt zum einen daran, dass Kamele – sowohl Altweltkamele (Dromedar und Trampeltier) als auch Neuweltkamele wie Lama oder Alpaka – ein üppiges Wollfell tragen.

Als Ergebnis ihrer Anpassung an das karge, raue und zum Teil kühle Klima ihrer Ursprungsgebiete. Zum anderen gehören Kamele zu den wenigen Säugetieren, die ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anpassen können und so Energie sparen. Wenn es Nachts in den Wüsten kalt wird, sind die genügsamen Tiere in der Lage ihre Körpertemperatur bis auf 33 Grad Celsius zu senken. Auf die Hitze des Wüstentages antworten die Riesen mit erhöhter Temperatur: Ihre Körper erwärmen sich bis auf 41 Grad Celsius bevor sie zu Schwitzen beginnen, um die Wärme abzuführen.

Was machen Kamele in Deutschland aber, wenn es tage- oder wochenlang regnet? Vielleicht träumen sie vom Süden und gleißender Sonne, wer weiß. Manchmal stellen sich meine Dromedare in den Regen und lassen sich abduschen. Die meiste Zeit verbringen sie im Stall. Relaxen, liegen herum und stehen nur auf, um zu fressen. Geführte Kameltouren stellen für die Tiere eine willkommene Abwechslung im Herbst und Winter dar. Kamelreiten ist bei uns, wie zu den milderen Jahreszeiten, möglich. Allerdings nur solange es trocken ist und weder Schnee noch Glätte den wiegenden Passgang unserer Tiere behindern.

Der Traum vom Kamel

Oder: Was macht das Kamel in der Kaffeetasse?

Ich träume oft von Kamelen. Das erscheint mir nur recht und billig. Schließlich betreibe ich eine Kamelfarm in Bayern und arbeite täglich mit meinen sieben Kamelen. Meine Träume sind durch meinen Alltag motiviert. Schließlich habe ich mir meinen Traum von einer Kamelfarm erfüllt und das genieße ich auch im Traum.

Was hingegen ein Kamel in Ihren Träumen zu suchen hat, kann – sofern Sie kein Kamelbesitzer sind, demnächst einer werden wollen oder neben einer Kamelfarm wohnen – durchaus einer Deutung wert sein.

Allerdings ist so eine Deutung Auslegungssache, soll heißen aufgrund der Fülle von Bedeutungen müssen Sie selbst herausfinden, was das Kamel Ihnen ganz persönlich sagen will. Psychologisch verkörpert das Wüstenschiff etwas Exotisches und Bizzarres. Für das Unbewusste stellt es einen Lastenträger dar. Es ist Aufgabe des Träumers zu entscheiden, ob der sich oder einen seiner Mitmenschen als Kamel „erkennt“. Trägt er selbst (s)eine seelische oder physische Last oder bürdet er sie einem gutmütigen Freund auf? Traumdeutung ist eine sehr individuelle Sache. Seit Freud weiß auch jeder Hobby-Psychologe, dass es in erster Linie auf die Emotion ankommt, die der Träumende mit den Traumbildern in Verbindung bringt. Manchmal steht ein Kamel im Traum eben auch nur für ein Kamel…

Spirituell symbolisiert das Höckertier das Majestätische und die Würde, sowie Nüchternheit und Mäßigung. Esoteriker werden sich sicher vom Kamel inspirieren lassen und ihre Assoziationen werden ihnen helfen, den ratlosen Träumer richtig zu beraten. Doch das Kamel kann auch ganz anders aufgezäumt werden. Es gibt nämlich eine Reihe von volkstümlichen Auslegungen, was eine harmlose Träumerei vom Kamel heißen könnte. Eine recht umfangreiche (Be)Deutungs-Liste, die im www kursiert, berücksichtigt neben dem europäischen Kulturkreis auch den arabisch-persisch-indischen. Die Liste unterscheidet ebenso, ob es sich um ein Reitkamel oder ein Lastkamel handelt. Träumer sind jedenfalls sehr gut beraten, das Träumen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und ihren ganzen Sachverstand beieinander zu halten. (Die Liste findet sich übrigens unter www.traumdeuter.ch/texte/2311.htm)

Wenn Ihnen übrigens ein Kamel aus dem Kaffeesatz entgegenschaut, dann können sie dieses Kamel ebenso deuten wie jenes, das Sie in Ihren Träumen besucht. Vielleicht aber wollen die vielen Kamele, die aus Ihrem Unterbewusstsein lugen, Ihnen bedeuten, dass Sie unsere Kamelfarm Camel-City in Arnschwang besuchen sollen.

Adele und die Kamele

 

Im September kommt der neueste Luc Besson Film in die deutschen Kinos: „Adèle und der Fluch des Pharao“.

 

[youtube tO4R8n54rY4&feature=related]

 

Noch gibt es Trailer und Auszüge der Comic-Verfilmung Les Aventures Extraordinaires D’Adele Blanc-Sec (Adeles ungewöhnliche Abenteuer) ausschließlich in französischer Sprache. Wie es der Titel vermuten lässt, spielt der Fantasy-Comedy-Abenteuer-Streifen teilweise in Ägypten. Und selbstverständlich übernahmen dort Kamele eine tragende Rolle. Tragend im wahrsten Sinne des Wortes. „Assiz, wie setzt man das Model in Bewegung?“, fragt Adèle Blanc-Sec. Na, ganz einfach, mit „Yallah“. Doch das Kamel bewegt sich kein Stück… Der Filmausschnitt kommt sehr vergnüglich daher. (Ausschnitt: Yallah: http://www.youtube.com/watch?v=tO4R8n54rY4&feature=related). Eine launige kurzweilige Geschichte versprechen auch die weiteren Trailer, die auf Youtube abrufbar sind, wie beispielsweise dieser mit englischen Untertiteln. (http://www.youtube.com/watch?v=a6djPGS3RCA&feature=channel).

Der Film ist eine Mischung aus „Nachts im Museum“ und „Indiana Jones“. Nur dass eben eine gescheite und obendrein hübsche Schriftstellerin, Adèle Blanc-Sec, zahlreiche fantastische, bizarre und ungewöhnliche Abenteuer bestehen muss. Wie im ersten Heft der Comicserie von Jacques Tardi, treibt auch im Film ein Flugsaurier im Paris des Jahres 1912 sein Unwesen. Der Pterodaktylus schlüpfte im Naturkundemuseum aus einem 136 Millionen alten Ei. Um dieses Rätsel zu lösen, begibt sich Adèle in Begleitung einer zum Leben erweckten Mumie auf Spurensuche. Dabei nimmt sie ihre Zuschauer auf eine turbulente Reise mit sich.

Luc Besson, der mit Filmen wie „Léon – Der Profi“ und „Das Fünfte Element“ international bekannt und berühmt wurde, landete in seiner Heimat mit dem Film einen Hit. Louise Bourgoin in der Rolle der Adèle, trug ebenfalls einen guten Teil zum Erfolg des Fantasy-Comedy-Abenteuer-Streifens bei.

Bei uns in der Camel-City in Arnschwang warten wir auch schon ganz gespannt auf den Kinostart des Films. Bis zum 30. September 2010 müssen wir uns jedoch noch gedulden und uns mit Postern, Flyern und Filmausschnitten begnügen.

Wir sehen uns im Kino – oder auf unserer Kamelfarm Camel-City, Arnschwang.

 

 

Kamele im Klinsch

Das Kamelringen ist ein jahrhunderte alter Brauch im Südwesten der Türkei.

Bilderquelle : www.wikipedia.de, Autor : Al-capone-36

Ein alter Brauch und beliebter Sport ist dies an der südlichen Ägäisküste. In den milden Wintermonaten von Januar bis März, der Brunftzeit der Kamele, lassen sich die ansonsten gutmütigen Wüstenschiffe zu Kämpfen verleiten. Es genügt, an den Kamelhengsten ein Weibchen vorbeizuführen, um sie in Kampflaune zu versetzen. Eben wie im richtigen Leben: Die Kamelstuten sind „reizend“ und „heizen“ die Männchen an. Dass keines der wohl gepflegten und gehüteten Kamel-Bullen zu Schaden kommt, darauf achten die Kamelbesitzer und die Veranstalter der Wettkämpfe gleichermaßen. Schließlich ist die Anschaffung und Haltung der mächtigen Wüstenschiffe eine recht teure Angelegenheit. Die Tulus, es handelt sich um hybride Kamele, eine Kreuzung zwischen weiblichem Dromedar und männlichem Trampeltier, erfreuen sich der besten Behandlung durch ihre Besitzer.

Die Kämpfe dauern höchstens fünf Minuten. Bisher habe es keine Verletzungen bei diesen Kämpfen gegeben, bei denen übrigens die tierischen Ringer einen Maulkorb tragen. Die mächtigen Wüstenschiffe versuchen sich gegenseitig mit den Hälsen niederzuringen. Gewinner ist jenes Tier, dass entweder den Konkurrenten zu Boden drückt, ihn in die Flucht jagt oder zum Schreien bringt. Spucken ist erlaubt und es gibt auch sonst keine streng festgelegten Regeln für das Kräftemessen der Kamelhengste. Wenn ein Besitzer meint, es wird zu brenzlig für sein Höckertier, wirft er einfach ein Seil in die Kampfarena und signalisiert – ähnlich wie im Boxkampf – die Aufgabe und Niederlage.

Bei Mr Wong wäre darüber zu lesen: Kamelringen, sehr beliebt in der Türkei und sehr verbreitet in den Provinzen Aydin, Denizli und Mugla. In Kumluca und Bodrum feiern die Menschen im karnevalsähnlichen Trubel den Einzug der Tiere. Die Wettkämpfe sind ein Volksfest und Markt zugleich, bei dem die Bauern ihre Waren feil bieten. Unter anderem Wurst und Fleisch von Kamelen. Aber es handle sich dabei keineswegs um die im Kamelringen unterlegenen Exemplare.

Prominente Kamele

 

 

Obwohl ihre Namen Suleika, Fatima oder Dschamila nie bekannt wurden, sind Kamele doch ein fester durchaus prominenter Bestandteil in Filmen mit orientalischem Schauplatz. Schon mit dem herzbrechenden Stummfilm-Mimen Rudolph Valentino standen die genügsamen Wüstenriesen vor der Kamera. Mal dienten sie als Statisten und hielten sich dezent im Hintergrund, mal trieben sie den Plot des Films voran oder sorgten für Situationskomik, wie beispielsweise gemeinsam mit Bob Hope und Bing Crosby in „Road to Morocco“ oder mit Dustin Hoffman und Warren Beatty in „Ishtar“. Penelope Cruz posierte auf einer Promotion-Tour zu dem Abenteuerstreifen „Sahara“ gemeinsam mit dem tierischen Schauspielkollegen auf dem roten Teppich. Schwer zu sagen, wem die größere Aufmerksamkeit von Publikum und Presse galt und wer sich eleganter seinen Fans präsentierte.

Und auch deutsche Showgrößen und Promis sind schon einmal auf’s Kamel gekommen – und auch ganz schnell wieder herunter. Stefan Raab begab sich vor ein paar Jahren in seiner Sendung als „Raab in Gefahr“ in eben solche indem er sich zwischen zwei Höcker eines Trampeltiers setzte. (Hier auf Youtube zu bewundern: http://www.youtube.com/watch?v=uCrjr9SwWUI&feature=related)

Wer sich nun fragt, warum der sonst so ehrgeizige und geschickte Moderator in der eleganten Art eines prall gefüllten Kartoffelsacks vom Wüstenschiff gestiegen ist… Auch wir können nur spekulieren. Versuchte sich Raab als Kamelflüsterer und sprach das Trampeltier fälschlicherweise mit „Dromedar“ an und zog so dessen Unmut auf sich? Vielleicht aber stach er versehentlich in den Höcker des Kamels mit der Grillgabel, die er rein zufällig in der Rechten hielt?

„Versehentlich“ war auch der Grund für Bernhard Hoëcker, sich auf eine gewagte Rallye für (k)ein Kamel zu begeben. Kaum zu glauben, aber der kleine Mann unter 160 cm fuhr 2009 vom Allgäu durch halb Europa und darüber hinaus nach Jordanien für den guten Zweck. Gewann dann schließlich nach über 3.000 Meilen Abenteuer und Entbehrungen kein Kamel, dafür aber eine Menge Ideen für ein Buch.

 

Kamelhöcker voller Wasser

Was Kindern so logisch erscheint, lässt sich ganz leicht widerlegen.

Es gluckst kein Wasser im Kamelhöcker.

Wo bleibt also das viele Wasser, das sich durstige Kamele innerhalb kürzester Zeit einverleiben? Immerhin kann ein durstiges Kamel bis zu 130 Litern Wasser, das entspricht einer Badewanne voll, in nur 10 Minuten leer saufen. Nach einer Pause kann es weitere 70 Liter vertragen, ohne daran Schaden zu nehmen. Die jüngste verbreitete Theorie vermutet spezialisierte Zellen in der Magenwand der Wüstenschiffe, die das Wasser speichern können. Andere meinen, das Wasser werde in den Zellen vor allem im Fettgewebe der Höcker gespeichert, also doch die Höcker?

Dass die Tiere so viel trinken können, ohne eine „Wasservergiftung“ zu erleiden, liegt jedenfalls an ihren ovalen Blutkörperchen. Diese sind in der Lage sich auf das zweihundertfache ihrer Größe aufzublähen, also mit Wasser vollzusaugen, ohne zu platzen. Kamele sind übrigens die einzigen Säugetiere, die mit dieser besonderen Form der Blutkörperchen ausgestattet sind. Wissenschaftler vermuten, dass bei der Verwertung der Fettreserven aus den Höckern lebenswichtiges Wasser heraus gelöst wird. Viele weitere bemerkenswerten Eigenschaften ermöglichen den Wüstenschiffen bis zu drei Wochen ohne Wasser und Futter auszukommen.

Kamele sind Meister darin Wasser zu sparen. Bei Ausscheidungen gleich welcher Art geben sie ein Minimum an Flüssigkeit ab. Der Kot der Tiere ist so trocken, dass er frisch als Brennmaterial Verwendung findet. Urin scheiden die Riesen in kleinen Mengen ab. Dabei ist dieser so konzentriert, dass täglich über ihn weniger als ein Liter Flüssigkeit verloren gehen. Selbst bei der Atmung hilft ein raffiniertes Geflecht in den Nasengängen Feuchtigkeit zurückzuhalten. 70 bis 80 Prozent der Feuchtigkeit, die in der austretenden Atemluft der Wüstenschiffe enthalten sind, werden ihm wieder zugeführt. Zugleich wirken die Nasenschleimhäute als Kühlsystem für Gehirn und Augen der Tiere. Altweltkamele verkraften einen Wasserverlust von bis zu 40 Prozent. Beim Menschen führen bereits 12 Prozent Flüssigkeitsverlust zum Tod. Das liegt daran, dass Menschen den Wasserverlust aus dem Blut ersetzen, das dadurch immer zähflüssiger wird und schließlich nicht mehr zirkulieren kann. Kamele ersetzen verbrauchte Flüssigkeiten aus ihrem Körpergewebe. Selbst bei starker Dehydration bleibt ihr Blut fließfähig.

Die Höcker der Wüstentiere sind ihr Fettreservoir. Sie wirken in der größten Mittagshitze wie eine Art Sonnenschirm. Der Rest ihres Körpers ist kaum isoliert und darum in der Lage überschüssige Hitze abzuleiten.

Auch die hohe Schwankungsbreite im Hinblick auf die Körpertemperatur, hilft schließlich Wasser zu sparen. Am Tag lässt ein durstiges Kamel seine Kerntemperatur auf bis zu 41 Grad steigen, bevor es durch Transpiration Flüssigkeit verliert. In der Nacht kühlt sich das Wüstenschiff auf 34 Grad ab. So dauert es am Tag länger, bis das Kamel erneut „fiebert“.

 

 

CAMéLK-Psoralait – Creme mit Kamelmilch bei gereizter Haut

Von den ägyptischen Pharaoninnen Kleopatra und Nofretete heißt es, sie hätten in Eselsmilch gebadet für zarte weiche Haut. Viel wahrscheinlicher badeten die Schönheiten vom Nil in Kamelmilch. Deren wohltuende und heilende Wirkung – sowohl bei innerer als auch bei äußerer Anwendung – wird zunehmend klinisch überprüft und wiederholt bestätigt.

Das Fachkrankenhaus Schloss Friedensburg für Dermatologie in Thüringen testete beispielsweise vor einigen Jahren die kamelmilchhaltige Creme CAMéLK-Psoralait bei Psoriasispatienten. 20 Betroffene, je zehn Frauen und zehn Männer im Alter von sechs bis 72 Jahren, wendeten die Kamelmilch-Zubereitung nach Abklingen eines akuten Psoriasis-Schubes vier Wochen lang an. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bewerteten sie die Wirksamkeit des Präparates. Zum Vergleich wurde der rechte Arm mit der 40-prozentigen Kamelmilchcreme eingerieben und der linke mit einer medizinischen Zubereitung bestehend aus Salicyl-Schwefel-Teer und Vaseline. Patienten und Arzt überraschte gleichermaßen positiv, dass die Kamelmilchcreme ähnlich gute Ergebnisse erzielte, wie die medizinische Salbe. Die Creme mit dem weißen Gold der Wüste, der Kamelmilch, reduzierte die Hautrötung und Trockenheit des behandelten Armes genau so gut wie die medizinische Salbe, verminderte den Juckreiz und entwickelte einen anhaltenden und angenehm kühlenden Effekt auf die betroffenen Stellen.

Bei der Kamelmilchsalbe CAMéLK-Psoralait handelt es sich nicht um eine Anti-Psoriasissalbe, sondern um ein hochwertiges Pflegemittel auf Grundlage der guten Eigenschaften von Kamelmilch. Die antibiotika- und cortisonfreie Creme hat sich bei trockener, leicht schuppender, irritierter und beanspruchter Haut bewährt. Die Kamelmilch bleibt unbehandelt – wird nicht etwa pasteurisiert –, damit die Immunglobuline, Vitamine und Mineralien erhalten bleiben und wirksam werden können. CAMéLK scheint ein vielversprechendes Präparat nicht nur für Psoriasis oder Neurodermitis geplagte Menschen zu sein, sondern für alle, die hohe Ansprüche an ihre Hautpflegeprodukte stellen. Ob die Anwendung zu sagenhafter Schönheit führt, wie sie den ägyptischen Grazien nachgesagt wird, beantwortet die Studie aus Thürigen allerdings nicht. Der vollständige Bericht zur Studie kann unter www.rshimshoni.de/Wirksamkeit_von_Kamelmilch.pdf nachgelesen werden.

Blog von Camel-City



Willkommen in unserem Kamelblog

Bei uns finden Sie regelmäßig spannende Beiträge rund um das Kamel. Die bemerkenswerten Überlebenskünstler Dromedar, Trampeltier, Lama, Alpaka und Co. werden immer beliebter. Sie sind längst auch in Deutschland touristische Attraktion und exotischer Blickfang bei vielen Events. Für uns, ein triftiger Grund diesen Blog zu führen. Wenn Sie Anmerkungen oder Hinweise zu den Blogeinträgen hinterlassen möchten, klicken Sie auf „No Comments“ beim jeweiligen Blogtext. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Anregungen! Mehr über Kamele erfahren Sie auf unserer Homepage www.camel-city.de und auf unserer Kamelfarm in Arnschwang im Bayerischen Wald.


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